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Heiner Franzen, Koppeln, mehrkanalige Videoinstallation, 2025, Still
Kunstverein Weil am Rhein

Invisible Forces / Visible Traces

Heiner Franzen – Germaine Sijstermans – Iva Šintić

12.06.–26.07.2026

Vernissage: 11.06.26, 18:00 Uhr

Zum 45. Jubiläum des Kunstverein Weil am Rhein brachte Invisible Forces / Visible Traces drei internationale künstlerische Positionen zusammen, die auf unterschiedliche Weise erforschen, wie Erinnerungen und Klänge, Stimmungen und Spannungen unsere Wahrnehmung der Welt prägen.

Die beteiligten Kunstschaffenden Heiner Franzen (Berlin), Germaine Sijstermans (Heerlen, NL) und Iva Šintić (Mulhouse) eröffneten für die Räume der Städtischen Galerie Stapflehus in Weil am Rhein dialogische Felder, in denen sich unterschiedliche Medien und Materialien wechselseitig befragten und miteinander in Beziehung traten.

Im Zentrum der Ausstellung stand die Frage, wie sich subjektive und kollektive Wirklichkeiten formieren: Welche Spuren hinterlassen Bilder, Erinnerungen, Kräfte, Fragmente, materielle und medialisierte Prozesse in unserem körperlichen und mentalen Erleben? Unter dem Sichtbaren verbirgt sich oft ein ganzes Universum an Bezügen, Energien und Bedeutungen. Schon vor dem berühmten Zitat Paul Klees: «Kunst gibt nicht das Sichtbare wider, sondern macht sichtbar.» (1920), war der französische Philosoph Henri Bergson davon fasziniert, wie sehr die Wirklichkeit aus Bewegungen und Kräften besteht und nicht vornehmlich aus festen Dingen. Invisible Forces / Visible Traces ging diesem Gedanken nach und öffnete den Ausstellungsraum für künstlerische Kräftefelder und Spuren, die über das rein Materielle hinausweisen.

Die Jubiläumsausstellung lud das Publikum zu einer bewussten Wahrnehmung ein. Sie verwies darauf, dass unsere Welt nicht allein aus dem Sichtbaren besteht, sondern aus Schichten, die sich nur im Zusammenspiel von Körper, Erinnerung, Material und Raum erfahren lassen. Damit setzte das Ausstellungsprojekt ein Zeichen für interdisziplinäre, zeitgenössische Kunst, die ästhetische, wissenschaftliche und sinnliche Dimensionen miteinander verbindet. Gleichzeitig eröffnete die Ausstellung für die Besuchenden Möglichkeitsräume, um die unsichtbaren Strukturen der eigenen Wirklichkeit zu erspüren.

Kuratiert von Martin Hartung und Matthias Frey

Abbildung: Heiner Franzen, Koppeln,
mehrkanalige Videoinstallation, 2025, Still

Slideshow der Ausstellung Foto 1-5 © Bettina Matthiessen / Foto 6 Christine Fausten